Warum die Komfortzone eigentlich gar nicht komfortabel ist.

Jeder Mensch sehnt sich nach Heilung und einem glücklichen Leben. Alle jammern. Aber irgendwie scheint kaum einer bereit zu sein, dafür etwas zu tun. Ich frage mich, wie das Gehirn und die eigene Wahrnehmung so ticken? Ist das Selbstbetrug? Verblendung? Schutz?

Ich kenne viele Menschen, die z.B. gerne abnehmen möchten. Am besten sollen natürlich nach dem ersten Diät-Tag die Kilos purzeln. Sofort. Jetzt, hier und heute! Wenn sie jedoch an den Verzicht in den nächsten Wochen denken, wird’s ihnen schon ganz mulmig. Auf jeden Fall wollen sie, dass sie ganz, ganz schnell Erfolge erzielen. Dabei ist das ja oft so unrealistisch: Da frisst du 20 Jahre Blödsinn in dich hinein und stöhnst bei dem Gedanken daran, dass es vielleicht länger als 2 Monate dauern wird das alles wieder loszuwerden. So erging es mir zumindest 😉 Bis ich einfach den ersten Schritt gemacht habe!

Einmal Wunderpille, für immer schlank! Schön wär’s!

Denken wir tatsächlich, nur weil wir uns jetzt plötzlich besinnen, die Ernährung umstellen und uns bewegen, dass wir innerhalb von 8 Wochen gesund, schlank und energiegeladen werden? Obwohl wir in dem letzten halben Leben keinen Gedanken daran verschwendet haben, wie es unserem Körper eigentlich geht?

Kürzlich habe ich bei Instagram ein Bild einer schon etwas älteren aber wohl sehr geübten Yogini gesehen. Ich kenne mich mit Yogafiguren null aus, aber sie machte eine Art Handstand mit angewinkelten Beinen (Bakasana oder so?). Es sah sehr professionell und schön aus. Sie schrieb darunter, dass sie 3,5 Jahre geübt hätte und sehr stolz auf sich wäre. Und sie würde nicht verstehen, dass andere schon nach ein paar Monate Üben die Flinte ins Korn werfen würden, denn manche Dinge benötigen einfach Zeit. WOW! Überlegt mal, sie hat 3,5 Jahre lang diese Figur geübt. Das nenne ich mal Vertrauen und Geduld. Es hat mich schwer beeindruckt. Und sie hat so Recht!

Noch ein gutes Beispiel: Wenn wir in Deutschland einen Ausbildungsberuf lernen, bedarf es meist 2 bis 3 Jahre. Danach ist man „Berufsanfänger“. Nicht etwa Profi, nein: Anfänger! Obwohl man schon 2 bis 3 Jahre gelernt hat. Das ist für uns wiederum ganz normal.

Das heißt, wenn ich etwas ändern möchte oder mich entwickeln möchte, dann braucht es Aktion meinerseits und auch etwas Zeit. Nicht immer. Aber fast immer! Klingt ja eigentlich leicht, dann muss ich mich ja nur noch aus meiner gewohnten Umgebung und Komfortzone bewegen.

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Susanne Vollgold ist NewSpirit-CoachTrance Healing Therapeutin und Channeling Medium. Mit ihrer Arbeit begleitet sie Menschen auf ihrem Weg bei Krankheiten, Ängsten, Blockaden, Traumata und Aufarbeitung von Vergangenheit oder Gegenwart. Wer Unterstützung möchte, emailt an susanne@herzvollgold.de

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Die Komfortzone ist eigentlich gar nicht so komfortabel.

Komisch, dass wir oft in unserer Komfortzone verharren, obwohl es uns nicht gut tut. Wir verweilen Jahre lang in schlechter Energie, in einem Job, der uns ankekst, mit einem Chef, der uns nicht wertschätzt, in einer Beziehung, in der wir unglücklich sind oder in einer Wohnung, die wir schrecklich finden. Und was tun wir dagegen? Warten! Auf bessere Zeiten – oder den Prinzen, der uns erlöst?! Oder die Wunderpille: Einmal nehmen – für immer geheilt. Aber bloß nicht den Hintern bewegen! Wieso? Weil wir lieber das unkomfortable Gelernte in Kauf nehmen, statt uns einer unsicheren Zukunft hinzugeben! („Nicht, dass es noch schlimmer wird…!“)

Ich bin der Meinung, dass diese „Komfortzone“ ihren Namen wirklich nicht verdient hat. Denn sie ist nicht komfortabel. Der Begriff „Komfortzone“ ist eine riesengroße Lüge. Die Komfortzone kann nämlich saumäßig unbequem sein! Das einzige, was sie ist: Sie ist gewohnt! Mein gewohntes Territorium. Hier bin ich der Chef. Wehe, es kommt jemand rein. Wehe, es holt mich jemand raus!

Der liebe Herr Kluge erklärt in seinem „Etymologischen Wörterbuch“ die Herkunft des Wortes „Komfort“ übrigens mit Bequemlichkeit, Annehmlichkeit, aber auch Trost und Stärkung. Und das Wort „Zone“ bedeutet im eigentlichen Sinn „Gürtel“. Fesselnd, oder?! 🙂

Ich hatte letztes Jahr mal ein Gespräch mit einer Frau, die an Krebs erkrankt war. Ich wies sie darauf hin, dass sie durch Ernährung ihr Immunsystem sehr positiv beeinflussen könne und erzählte ihr von zahlreichen Berichten, die belegten, dass Krebszellen sofort aufhören können zu wachsen sobald man Zucker, Weißmehl und tierische Produkte weglässt. Ich empfahl ihr, das doch einfach mal ein paar Wochen auszuprobieren – einfach nur, weil ich es wahrscheinlich so handhaben würde. Ihre Antwort: ein mildes Lächeln. Nein, meinte sie, dann würde sie ja auf ihr Stück Kuchen am Nachmittag verzichten müssen. Und schließlich gäbe es schon ihr Leben lang die gute Kalbsleberwurst zum Frühstück… das würde also nicht gehen. Nun, es lebe der freie Wille!

So kann die Komfortzone tatsächlich etwas Fesselndes haben, was zwar wehtut, aber dank der vordergründig bequemen Annehmlichkeit irgendwie auch ein starker Trost ist. 🙂

Fakt ist: Veränderung geht nicht ohne Einsatz. Auch Heilung geschieht nicht ohne Einsatz – körperlich oder geistig. (Klar, es gibt Spontanheilungen, aber halt nicht immer.) Deshalb rufe ich dich auf zu Aktivität. Denke daran, dass wir hier auf der Erde im Prinzip „Ursache und Wirkung“ leben.

Das bedeutet:

Du bringst Einsatz – du bekommst Ergebnisse.

Wenn du andere Ergebnisse willst, musst du anderen Einsatz bringen. Wenn du etwas ändern willst, musst du dich aus deinem gewohnten Alltag, Umfeld – deiner Komfortzone – hinausbewegen.

Dabei sollte der Einsatz von dir zeitlich und energetisch selbstverständlich in Relation zur Ausgangssituation stehen. Sprich: Wenn dein Körper innerlich total verdreckt ist, kannst du nicht erwarten, dass du ihn durch ein-zwei Tage „gesünder leben“ komplett reinigst – nur als Beispiel. Aber du kannst anfangen!

Beginne einfach mit dem ersten Schritt, denn egal wie alt du bist, egal wie krank du bist, egal wie traurig du bist: Es ist nie zu spät einfach mit einem besseren Leben anzufangen!

Bewege dich!

Bewege deinen Geist und deinen Körper – dann bewegt sich deine Seele. Sie werden es dir so sehr danken. Glaube mir, wenn du Gefallen gefunden hast an der Bewegung, dann beginnt alles in dir zu fließen. Dann öffnet sich dein System und du ziehst automatisch wieder Neues und Gutes an. Und dazu muss man „leider“ auch mal aus seiner Komfortzone treten, die ja gar nicht immer so komfortabel ist wie sie scheint. Und wer weiß: vielleicht erwartet dich ja da draußen etwas ganz, ganz Großes!

Ich wünsche dir von Herzen wundervolle Erfahrungen dabei!

❤︎love&light☀︎

P.S. Wer Tippfehler findet, darf sie behalten!

16 Antworten

  1. Liebe Susanne,
    dein Artikel spricht mir aus der Seele. Ich bin Hypnosetherapeutin und spezialisiert auf Gewichtsreduktion.

    Manche Klienten kommen zu mir und erwarten, dass ich sie „umprogrammiere“, so dass sie ab sofort nur noch gesund und vor allem weniger essen. Das wäre dann sozusagen die hypnotische Wunderpille.

    Andere erwarten, dass nach der ersten Sitzung die Kilos nur so purzeln, aber die Kilos kann ich natürlich nicht weghypnotisieren. Ich löse mit den Klienten ihr emotionales Ungleichgewicht, das zum ungünstigen Essverhalten geführt hat. Bei den meisten ändert sich das Essverhalten dann auch sehr schnell wunschgemäss, aber nicht alle nehmen sofort ab – aus den von dir genannten Gründen. Der Körper braucht dann erst mal Zeit, loszulassen.
    Dann heisst es, die Hypnose hat nicht gewirkt. Und schwups sind sie wieder in ihrer Un-Komfortzone drin.

    Ich teile deinen Artikel gerne 🙂

    Hypnotische Grüße, Sandra

    1. Liebe Sandra, danke für deinen Input.❤️️ Ja, ich kann das bestätigen. Manchmal ist es auch einfach schwierig für die Klienten, das alles zu erkennen. Toll, was du tust.??
      Ich freu mich, wenn du es teilst?
      ❤️️love&light☀️

  2. Ja, ein wirklich toller Artikel, danke Susanne und Sandra schön, dass Du ihn geteilt hast. Auch ich begegne ständig den sogenannten Komfortzonen als Hypnotherapeutin in meiner Praxis und bin immer wieder sehr erfreut darüber, wenn die Menschen diese Zone verlassen. Wir kennen das ja alle :).

  3. Hallo Susanne,
    sehr schöner Artikel! Auch ich bin Hypno-Therapeutin und arbeite viel mit Gewichtsreduzierung. Durch Hypnose ist es leichter, die alten ungesunden Verhaltensmuster abzulegen. Leichter, sein Ziel zu erreichen. Aber der Kunde muss natürlich den Willen mitbringen, seine ungesunden Essgewohnheiten zu ändern. Ohne Ändern der alten Gewohnheiten kein Wunschgewicht! Ich teile Deinen Artikel auch sehr gerne.

    1. Danke für dein Feedback❤️️ Ja, ohne die eigene Entscheidung ändert sich nichts. Viel Erfolg weiterhin auf deinem Weg!
      ❤️️love&light☀️

  4. Vielen Dank für den tollen Artikel ich schliesse mich meinen Vorgängerinnen an. Ich bin auch als Hypnosetherapeutin ausgebildet und werde sobald ich meine Heilpraktikerausbildung fertig abgeschlossen habe endlich mit diesem wundervollen Instrument arbeiten können. Auch im Bereich Ernährung. Leider hast Du mit allem was Du schreibst recht. Die Menschen die zu uns kommen und Hilfe suchen haben leider oft eine völlig falsche Vorstellung davon wieviel Eigenverantwortung und Änderungswille notwendig ist, um auch wirklich eine Veränderung im eigenen Leben zu erreichen. Aber diejenigen die Willens sind Ihren Beitrag zu leisten, die werden positive Dinge erleben egal in welchem Bereich sie Hilfe gesucht haben. Gerne teile ich Deinen Artikel. Gruss Pascale

    1. Danke, liebe Pascale. Ja, viele geben die Verantwortung ab, aber so einfach geht es leider nicht. Danke für deinen Input❤️️

  5. Jetzt kommentiert schon die dritte Hypnosetherapeutin (mit Heilerlaubnis). Echt toller Beitrag! Die „Lüge über die Komfortzone“ ist ein super Anreiz um über seine Vorsätze und Ziele nachzudenken. Mittels Hypnose und Psychotherapie kann man zwar schnelle Veränderungen erreichen, aber da ist jeder selbst verantwortlich für und nach der Sitzung geht es ja erst richtig los. Die ist nur eine Hilfe/Unterstützung.

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